Inklusion. Frankfurt.

In Frankfurt Leben 73.177 Hartz IV-Empfänger

Nicht jeder Mensch hat das Glück, bei Arbeit und Wohlstand auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen. Manche sind zeitweilig oder für längere Zeit ohne Arbeit. Manche haben zwar Arbeit, brauchen aber wegen eines zu geringen Einkommens ergänzende finanzielle Unterstützung für sich und ihre Familie.

In Frankfurt am Main lebten Ende 2014 ca. 50.700 Menschen, die Arbeitslosengeld II bezogen, sowie ca. 22.500 Haushaltsangehörige, die Sozialgeld bekamen. Beide Leistungen bezeichnet man umgangssprachlich als „Hartz IV“. Man bekommt sie beim Jobcenter Frankfurt.

Darüber hinaus gab es zu diesem Zeitpunkt ca. 7.000 Menschen, die Arbeitslosengeld I von der Bundesagentur für Arbeit bezogen.

Die Bundesagentur für Arbeit und das Jobcenter Frankfurt fördern Menschen auf dem Weg, wieder in Arbeit zu kommen. Auch die Stadt Frankfurt hat ihr „Frankfurter Arbeitsmarktprogramm“ und hilft Menschen, sich zu qualifizieren und wieder Arbeit und Einkommen zu erreichen.

Inklusion heißt auch, dass Menschen ohne Arbeit oder solche, die Unterstützung benötigen, Teil unserer Gesellschaft sind. 

Inklusion. Vielfalt ist normal.

Raw Art Collective

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Alba Strauß (geb.1990)

Alba Strauß arbeitet zur Zeit in den „Werkstätten Gottessegen“ (Abteilung „Kunst und Handwerk“) und wohnt bei ihren Eltern in Bochum.

Ihre künstlerischen Fähigkeiten wurden frühzeitig von der Familie, insbesondere von ihrem Großvater – ebenfalls ein Künstler – im Bereich Malerei unterstützt und gefördert. Auch durch den Besuch der Christopherusschule Bochum, durch Angebote im Atelier des Vereins ku.bo (unter Anleitung der Künstlerin Barara Tewes, Bochum) und Teilnahme an anderen Workshops und Projekten konnte Alba ihre vielfältigen Interessen entdecken und weiterentwickeln.

Viele neue Kontakte und kreative Mitwirkungsmöglichkeiten entstanden für sie durch die Teilnahme am „Dortmunder Modell: Musik“ der TU Dortmund (2010-2013), wo Alba unter anderem eine der Musikerinnen in der Projektband „I can be your translator“ war.  

2012 beginnt sie ihre Workshoparbeit - Micro Residency, unter Anleitung der Künstlerin Liz Coleman-Link, @ rawartkollektiv, Frankfurt.

Albas farbstarke, figürliche Bilder erzählen von ihrem kreativen Blick auf die Welt und einer großen Lebensfreude und wurden schon in einigen Ausstellungen gezeigt:

2014  Supermarche, Frankfurt am Main

2013 Beteiligung an „Eintritt Frei“, Offene Ateliers in Bochum

2013 Beteiligung an „OffeneNordstadtAteliers“ Dortmund

In Frankfurt Leben 1.727 Asyl­suchende

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland Schutz vor Verfolgung und Krieg suchen, steigt. Am 31.10.2015 lebten in Frankfurt am Main 1.727 Asylbewerberinnen und Asylbewerber, zum Teil sind sie noch minderjährig. Es zeichnet Frankfurt aus, diesen Menschen in Not zu helfen, auch wenn es eine Herausforderung ist, den derzeitigen Anstieg zu bewältigen.

Neben dem überaus großen Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung helfen dabei auch die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich mit. Beides kann nicht hoch genug geschätzt werden und verdient höchste Anerkennung.

Inklusion heißt auch, Menschen nicht wegen ihrer Herkunft auszugrenzen. Frankfurt zeigt, dass das möglich ist und dass alle davon profitieren. Viele Biographien von ehemaligen Flüchtlingen zeigen, dass sie dankbar für die zweite Chance sind und dass sie sich sehr kooperativ und produktiv in unsere Stadtgesellschaft einbringen.

Inklusion. Vielfalt ist normal.

Quelle:

Für die Zahl vom 31.10.2015: Ordnungsamt, Ausländerzentralregister

Vorjahre: Leistungsempfänger Asylbewerberleistungsgesetz: Statistisches Jahrbuch 2014, „Gesundheit und Soziales“, Seite 145, Tabelle 8.34, Stand 31.12.2013

In Frankfurt Leben 4.200 Autis­ten

Dass es Menschen mit Autismus gibt, hat sich herumgesprochen. Aber nur wenige wissen, dass es verschiedene Formen von Autismus gibt, die alle zusammen etwa 6 bis 7 Menschen pro 1.000 Einwohner betreffen. In Frankfurt am Main sind das etwa 4.500 Menschen mit Autismus.

Autismus kommt in jedem Lebensalter vor, also von Kindesbeinen an. Menschen mit Autismus sind normal intelligent und haben Besonderheiten im Wahrnehmen und Verhalten. Seien Sie nicht irritiert, wenn ein Mensch mit Autismus emotionale Signale nicht so einschätzen kann, wie Sie es von anderen Menschen gewohnt sind. Menschen mit Autismus verdienen – wie jeder Mensch – unseren Respekt.

Inklusion heißt auch, Menschen mit Autismus oder anderen Besonderheiten nicht auszugrenzen, sondern sie einzubeziehen.

Inklusion. Vielfalt ist normal.

Quelle:

Bundesverband Autismus Deutschland e.V.:
Was ist Autismus?

In Frankfurt Leben 13.000 von Demenz Betroffene

In Deutschland lebten Ende 2012 geschätzt etwa 1,5 Millionen von Demenz betroffene Menschen. Umgerechnet auf Frankfurt sind das ca. 13.000 Menschen mit Demenz. Da wir immer älter werden, nimmt auch die Zahl der Fälle von Demenz zu. Man geht davon aus, dass bundesweit die Zahl jährlich um 40.000 wächst. Das sind für Frankfurt ca. 350 Menschen pro Jahr mehr.

Eine Demenz kann sich in vielen Formen zeigen und bedeutet längst nicht in jedem Fall, dass man es mit einem völlig verwirrten Menschen zu tun hätte. Demenz gehört zum menschlichen Leben wie andere Beeinträchtigungen auch. Und so verdienen auch Menschen, die von Demenz betroffen sind, unseren Respekt.

Inklusion heißt auch, Menschen nicht wegen einer Erkrankung auszugrenzen, sondern sie weiterhin einzubeziehen.

Inklusion. Vielfalt ist normal.

In Frankfurt Leben 236 Dä­nen

Frankfurt am Main ist eine internationale Stadt. Hier leben Menschen aus 178 Nationen.

Die Dänen sind eine der kleineren Nationen in Frankfurt. Die größte Gruppe mit  ca. 27.000 Menschen stammt aus der Türkei.

Von den rund 700.000 Frankfurterinnen und Frankfurtern haben ca. 197.000 eine ausländische Nationalität. Darüber hinaus sind mehr als 150.000 Menschen in Frankfurt Deutsche mit Migrationshintergrund. Halb Frankfurt hat Wurzeln in der ganzen Welt.

Das ist eine große Bereicherung für unsere Stadt. Menschen aus vielen Kulturen leben und arbeiten in unserer Stadt gut zusammen und tragen dazu bei, Frankfurt zu der liebenswerten, produktiven und offenen Stadt zu machen, die sie ist.

Inklusion heißt auch, Menschen nicht wegen ihrer Herkunft auszugrenzen. Frankfurt zeigt, dass das möglich ist und dass alle davon profitieren. Wir alle zusammen sind die Stadt.

Inklusion. Vielfalt ist normal.

In Frankfurt Leben 20.000 Analpha­beten

Es gibt in Deutschland erstaunlich viele Menschen, die nur eingeschränkt Lesen und Schreiben können. Bundesweit können ca. 2,3 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren nur einzelne Wörter lesen oder schreiben. Das sind 4,5 % der Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland (Leo-Studie, 2011). Auf Frankfurt am Main gerechnet sind das etwa 20.000 Menschen.

In Deutschland leben außerdem 7,5 Millionen 18-64jährige (14,5 % der Erwerbsfähigen), die sogenannte funktionale Analphabeten sind. Sie können nur einzelne Sätze, aber keine zusammenhängenden Texte lesen oder schreiben. In Frankfurt sind das etwa 65.000 funktionale Analphabeten im erwerbsfähigen Alter.

Nicht nur diese hohen Zahlen sind bedrückend. Es ist auch bedrückend, wie die Betroffenen im Alltag versuchen, ihre Probleme mit dem Lesen und Schreiben zu verstecken. Viele schämen sich, fühlen sich ausgegrenzt und unsicher. Dabei haben sie oftmals außergewöhnliche Fähigkeiten erworben, um ihren Alltag zu meistern.

Inklusion heißt auch, Menschen mit Wertschätzung zu begegnen und einander weiterzuhelfen. Verständnis reicht oft schon und niemand muss sich verstecken.

Inklusion. Vielfalt ist normal.

Quelle:

(PDF) leo.-Level-One-Studie der Universität Hamburg 2011

In Frankfurt Leben 40.000 Schwule und Lesben

Frankfurt am Main zählt zu den deutschen Großstädten mit einer großen Zahl lesbischer Einwohnerinnen und schwuler Einwohner. Schätzungen gehen von insgesamt 40.000 bis 50.000 Frauen und Männern aus. Hinzu kommen viele Lesben und Schwule aus dem Rhein-Main-Gebiet, die in Frankfurt arbeiten.

Inklusion heißt auch, Menschen nicht wegen ihrer sexuellen Orientierung auszugrenzen, sondern sie überall einzubeziehen.

Lesben und Schwule sind ein selbstverständlicher Teil unserer Stadtgesellschaft. In Frankfurt gibt es eine große Anzahl von Anlaufstellen für sie. Auch die Stadtverwaltung will ihren Beitrag dazu leisten, dass sich Lesben und Schwule hier willkommen fühlen. 

Beispielsweise können in Frankfurt eingetragene Lebenspartnerschaften – wie Ehen auch – auf dem Standesamt begründet werden. Das Stadtoberhaupt oder ein anderes Mitglied des Magistrats eröffnet den jährlichen Christopher-Street-Day. Und das Jugend- und Sozialamt fördert Kinder- und Jugendarbeit.

Inklusion. Vielfalt ist normal.

In Frankfurt Leben 12.697 Links­hän­der

Inklusion heißt auch, alltägliche Dinge so zu gestalten, dass jeder sie nutzen kann.
Das betrifft nicht nur Rollstuhlfahrer oder Blinde, an die man dabei häufig denkt. Schon die Gehörlosen werden meist vergessen. Das zu wissen hilft uns im respektvollen Umgang miteinander.
Nehmen wir z.B. Linkshänder und Menschen mit Rot-Grün-Schwäche:

Linkshänder:
Wussten Sie, dass der Anteil von Linkshändern in der europäischen Bevölkerung bei etwa 10 bis 15 % liegt? In Frankfurt am Main sind das etwa 105.000 Menschen, die jeden Tag damit umgehen müssen, dass viele Dinge für Rechtshänder entworfen und hergestellt werden.
Bis in die 1970er Jahre wurden Linkshänder beim Schreiben sogar zwangsweise auf Rechtshändigkeit umgeschult. Viele hatten dadurch unter Folgeproblemen wie Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Sprachstörungen und Legasthenie zu leiden.
Alltägliche Gegenstände sollten so gestaltet sein, dass sie auch von Linkshändern gut genutzt werden können.

Farbfehlsichtigkeit:
Viele Menschen können Rot und Grün nicht gut unterscheiden. Die Rot-Grün-Sehschwäche betrifft etwa 5 % der Bevölkerung. Das sind in Frankfurt ca. 35.000 Menschen.
Dennoch werden meist die Farben Rot und Grün genutzt, wenn etwas kenntlich gemacht werden soll. Nicht nur bei Ampeln. Auch Hinweisschilder, Grafiken, Tabellen, Schriften, Spielsteine und vieles mehr werden von Nicht-Betroffenen gedankenlos in Rot und Grün gestaltet, damit sie es besser unterscheiden können. Sie denken nicht daran, dass gerade Rot und Grün für viele Menschen nicht gut unterscheidbar sind.
Eine Darstellung in Hell-Dunkel-Kontrasten oder in Blau-Gelb wäre besser.

Inklusion. Vielfalt ist normal.

In Frankfurt Leben 67.464 Sc­­hwer­behinderte

Die Zahl der schwerbehinderten Menschen steigt. Lebten im Jahr 2000 noch 54.431 Menschen mit Schwerbehinderung in Frankfurt am Main, waren es im Jahr 2014 bereits 67.464 Menschen – eine Steigerung um 24 % in 14 Jahren. Schwerbehinderung kann viele verschiedene Formen haben. Meist denken wir an blinde Menschen oder Menschen im Rollstuhl. Aber wir sollten die Gehörlosen, die Menschen mit Gehbehinderung, die Menschen mit chronischen Erkrankungen und viele weitere Menschen mit Behinderungen nicht vergessen.

Eine Behinderung kann jeden treffen, auch Sie. Mit zunehmendem Alter führen Erkrankungen bei vielen Menschen zu einer Behinderung.

Inklusion heißt auch an alle zu denken. Jeder soll überall dabei sein können.

Bauten und öffentliche Verkehrsmittel sollten barrierefrei sein, damit Menschen mit Behinderung selbständig und ohne Hilfe alle Orte erreichen und nutzen können. Die VGF (Verkehrsgesellschaft Frankfurt) hat viel investiert, um Busse, Bahnen und Haltestellen barrierefrei zu gestalten und führt dieses Engagement weiter fort.
Der Magistrat der Stadt Frankfurt fördert barrierefreies Bauen mit 500.000 € jährlich und berät Bauherren und Ämter bei der Planung von Bauvorhaben.

Die FBAG (Frankfurter Behindertenarbeitsgemeinschaft) berät den Magistrat der Stadt Frankfurt zum Beispiel in Verkehrs- und Bauangelegenheiten. Die Stadt Frankfurt hat auch mit der städtischen Beauftragten für Menschen mit Behinderung eine ausgewiesene Expertin auf diesem Gebiet.

Hilfreich:
Der Online-Stadtführer für Menschen mit Behinderung in Frankfurt.
http://www.frankfurt-handicap.de/     

Deutschland steht zur Inklusion und hat die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet. Menschen mit Behinderung sollen nicht ausgegrenzt werden. Ein Ziel ist z.B., dass Kinder mit Behinderung nicht in besondere Kindertagesstätten oder Schulen gehen. Kinder mit und ohne Behinderung  sollen miteinander lernen  und jedes soll die Förderung erhalten, die es benötigt. Frankfurt hat sich auf den Weg gemacht, dieses Ziel zu erreichen.

Inklusion. Vielfalt ist normal.

In Frankfurt Leben 83.416 Über 70 Jährige

Gesund und aktiv bleiben auch im Alter. Wer möchte das nicht. Und immer öfter gelingt es uns auch! Die Menschen werden immer älter und bleiben dabei häufiger agil, als das früher der Fall war. Das ist gut so.
Etwa 12 % der Frankfurter Bevölkerung sind über 70 Jahre alt, das sind rund 83.000 Menschen.

Bauten und öffentliche Verkehrsmittel sollten barrierefrei sein, damit älter werdende Menschen möglichst lange selbständig und ohne Hilfe alle Orte erreichen und nutzen können. Die VGF (Verkehrsgesellschaft Frankfurt) hat viel investiert, um Busse, Bahnen und Haltestellen barrierefrei zu gestalten und führt dieses Engagement weiter fort.
Die Stadt Frankfurt fördert barrierefreies Bauen und berät Bauherren und Ämter bei der Planung von Bauvorhaben.
Teilhabe bedeutet auch, Kontakte zu pflegen, mitten im Leben dabei sein zu können und mitzureden. Das Sozialdezernat fördert Treffpunkte für ältere Menschen, bringt die bekannte Senioren­zeitschrift heraus, bietet Tagesfahrten und vieles mehr an. s gibt weitere Angebote, zum Beispiel von der Volkshochschule oder dem  Gesundheitsamt, die speziell älteren Menschen gewidmet sind. Der Seniorenbeirat der Stadt Frankfurt ist ihr Sprachrohr.

Und nicht zuletzt bieten das Rathaus für Senioren und die Sozialrathäuser des Jugend- und Sozialamts Hilfe und Unterstützung an, wenn sie gebraucht wird.

Inklusion heißt auch, einem jeden die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und aktiv darauf hinzuwirken.

Inklusion. Vielfalt ist normal.

Freiraum (von Martina Droste und Chris Weinheimer)

Blind Foundation - Inklusion